In ihrem Regiedebüt enthüllt die große Operndiva Sonora Vaice die vielfältige und reiche innere Welt einer Frau, indem sie zwei einaktige Opern zu einer einzigen Geschichte verbindet. In Giancarlo Menottis Oper „Telefon“ werden das „Glück“ und das Elend der Technologie in Form des Heimtelefons in einem leichten und komischen Geist offenbart. Die Stimme des Menschen von Francis Poulenc und Jean Cocteau ist existenziell eindringlicher – sowohl humorvoll als auch zutiefst philosophisch, sie enthüllt die ausdrucksstarke Welt der Gefühle, Sehnsüchte und Gedanken von Frauen und regt zum Nachdenken über die Werte und den Sinn des Lebens an.
Giancarlo Menottis Oper Das Telefon wurde Mitte des 20. Jahrhunderts geschrieben, als die Technologie in Form des Telefons in immer mehr Haushalte Einzug hielt und für Hausfrauen zu einer spannenden Beschäftigung wurde. Die Protagonistin der leichten und komischen Geschichte, Lucia, ist so sehr damit beschäftigt, am Telefon zu sprechen, dass sie ihren Verlobten nicht bemerkt, der gekommen ist, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Nach mehreren Stunden vergeblichen Wartens bleibt ihm nichts anderes übrig, als zur Telefonzelle zu gehen und den Antrag über das Telefon zu stellen.
Und die Heldin der Oper „Die Stimme des Menschen“ von Francis Poulenc – Jean Cocteau ist bereits tot, aber sie realisiert es noch nicht… Sie steht auf einem Lichtstrahl und spricht mit Teilen ihrer Seele. Dieses Gespräch ist eine Analyse ihres Lebens, eine Erinnerung an das Leben, an Momente des Glücks in Paris, Versailles, London, ein Wiedererleben des Augenblicks, als die Heldin dem Verrat ihres Geliebten und ihrer besten Freundin Marta gegenüberstand. In einem zutiefst schmerzhaften Monolog fleht sie um Zeit, ihr Leben zu ändern, ihre bitteren Fehler wiedergutzumachen, aber es stellt sich heraus, dass dies nicht mehr möglich ist. Sie erkennt, dass das Leben gelebt werden muss, wenn es gegeben wird, und akzeptiert liebevoll das, was ihr in diesem irdischen Leben gegeben wurde, indem sie durch einen Tunnel aus Licht geht.
Das visuelle Konzept der Produktion wurde von der Multimediakünstlerin Ineta Sipunova erstellt; die Kostüme, die Bühnenumgebung und die multimedialen Videoprojektionen ergänzen das Zusammenspiel der Solistin Sonora Vaice, des Baritons Nauris Indzers und der virtuellen Charaktere auf der Bühne mit einer parallelen filmischen Geschichte und schaffen so eine reiche Offenbarung der emotionalen Welt der Frauen.
Die Multimedia-Monooper „Die menschliche Stimme. Telefon“ hat die höchste lettische staatliche Auszeichnung in der Musik erhalten – den Großen Musikpreis 2021, in der Kategorie „Produktion des Jahres“, unter der Regie von Sonora Vaice, veranstaltet vom Operettentheater.