Ball im Savoy

Paul Abrahams Lebensgeschichte und Operette in zwei Teilen

Dauer: 145 min
Sprache: Lettisch
Empfohlenes Alter: 12+
Premiere: 13.03.2016

Die Lebensgeschichte der Operette „Ball im Savoy“ und ihres Komponisten Paul Abraham ist eine der faszinierendsten Erzählungen in der Geschichte der Operette. Innerhalb kürzester Zeit avancierte Abraham zu einem der populärsten und erfolgreichsten Komponisten der Weimarer Republik.

Abrahams Musik unterscheidet sich angenehm von den klassischen Operetten der Zeit, sowohl in ihrer komplexen rhythmischen Struktur und ungewöhnlichen Instrumentierung als auch durch den unverkennbaren Einfluss des europäischen Jazz und der populären Tanzmusik. Die Hauptstärke der Operette liegt nicht nur in ihrem ungewöhnlichen, modernen und vielschichtigen musikalischen Material, sondern auch in ihren für eine Operette beinahe obligatorischen klassischen Walzern, ihrem Berliner Jazz, leidenschaftlichen Tangos, ungarischen Zigeunermelodien und Tanzmusik der 1920er Jahre sowie ihrem geistreichen, professionell verfassten Libretto.

Als Paul Abrahams und Alfred Greenwalds Operette „Ball im Savoy“ am 23. Dezember 1932 im Großen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführt wurde, ahnten die Kritiker noch nicht, dass der Abend bald als das letzte große kulturelle Ereignis der Weimarer Republik gefeiert werden würde. Der 3.500 Plätze fassende Zuschauerraum beherbergte einige oder alle Prominenten, Politiker und Kulturschaffenden Deutschlands jener Zeit.

„Ball im Savoy spielt in den letzten Tagen der Weimarer Republik, als die Menschheit für immer glücklich zu sein schien. Abrahams Musik hat enorme Popularität erlangt. Seine Operette „Ball im Savoy“ erfährt derzeit weltweit Anerkennung und wird von der jüngeren Generation, die sie als modern und zeitgemäß empfindet, wiederentdeckt. Sie nähert sich dem Broadway-Stil an. Seine Kompositionen sind absolut essentielle Repertoirestücke in unzähligen europäischen Opernhäusern.

Handlung: Aristides und Madeleine, ein junges Ehepaar, sind kürzlich von ihrer einjährigen Hochzeitsreise zurückgekehrt. Aristide erhält unerwartet ein Telegramm von seiner ehemaligen Geliebten, der schönen Jazzsängerin Tangolita, der er einst versprochen hatte, sie anzurufen, wann immer sie ihn rufen würde. Was tun? Madeleine realisiert, dass sie betrogen wird und beschließt, inkognito zum Ball zu gehen und ihren Ehemann mit dem ersten Verehrer zu täuschen. Mustafa Bey, der sechsmal verheiratete Attaché der türkischen Botschaft, beginnt mit Madeleines Cousine Daisy zu flirten in der Hoffnung, seine siebte Ehefrau zu finden. Durch verschiedene Wendungen erhalten die Charaktere, was sie begehren.

Das Stück reflektiert eine Zeit der Dekadenz in der Weimarer Republik, in der eine Frau zu einem „menschlichen Wesen“ wird, einer Person mit eigenen Rechten und Gedanken, nicht nur die Ehefrau ihres Mannes. Die Vorstellung, dass in jedem Menschen, in jeder Persönlichkeit, sowohl das Männliche als auch das Weibliche existiert, ist typisch für die deutsche Kabarettkultur der 1920er Jahre und stellt eine der grundlegenden Ideen dieser charmant amoralischen Operette dar. Freier Mensch und freier Wille, Gleichberechtigung, unabhängig vom Geschlecht.

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